Ein ganz normaler Tag im Hagenbeck
Sonntagmorgen, 8 Uhr. Die Tore des Tierparks sind noch zu, aber wir sind schon da. Zwei Kaffeebars, beide am Aufbau, beide mit dem gleichen Ritual: Maschinen einschalten, Milch rausholen, erste Shot ziehen und abschmecken. Wenn die Shot stimmt, steht der Tag.
Hagenbeck ist anders als ein Firmenevent oder eine Messe. Hier kommen die Leute nicht zum Kaffee - die kommen zu den Tieren. Der Kaffee ist ein Zwischenstopp. Das heißt: Wir haben etwa 30 Sekunden, um zu überzeugen. Wenn die Bar aussieht wie ein billiger Imbiss, geht niemand drauf zu. Wenn die Barista freundlich guckt und die Bar ordentlich aussieht, bleiben die Gäste stehen.
Was anders ist als bei Firmenevents
Bei einem Firmenevent sind die Gäste gesetzt. Die kommen, weil sie sollen. Bei uns im Zoo sind sie spontan. Eltern mit drei Kindern, die gerade vom Eisbären-Gehege weg wollen. Paare, die sich zwischen Orang-Utan-Haus und dem Rothschildgiraffen einen Espresso gönnen. Das braucht eine andere Geschwindigkeit: Schnell, aber ohne Hektik. Und vor allem ohne Fehler - ein falsch gemachter Cappuccino am Sonntagnachmittag ist schwer wieder gutzumachen.
Wir haben in den ersten Monaten bei Hagenbeck gemerkt, dass wir andere Bohnen brauchen als auf Messen. Hier trinken die Leute eher Milch-Getränke als schwarzen Kaffee. Also haben wir auf eine Bohne umgestellt, die süßer ist und besser mit Milch harmoniert. Die Unterschiede sind klein, aber am Ende des Tages spürst du das in den Rückmeldungen.
Feste Teams, feste Abläufe
Wir rotieren unser Team an den festen Standorten nicht ständig durch. Dieselben 3 bis 4 Baristas sind die meiste Zeit bei Hagenbeck. Die kennen die Gäste, die Stammkunden, die kleinen Macken der Maschinen. Das ist bei einem Messe-Catering anders: Da kommt jeder Tag ein neues Team. Bei uns im Zoo geht es um Kontinuität.
Wetter, Wetter, Wetter
Der einzige Faktor, gegen den wir nicht anrennen können, ist das Wetter. Regnet es, kommen halb so viele Gäste. Ist es kalt, bestellen alle Latte statt Filter. Ist es warm, verkaufen wir Cold Brew. Wir planen die Tagesproduktion drei Tage im Voraus nach dem Wetterbericht - und liegen trotzdem öfter daneben, als uns lieb ist.
Warum wir das machen
Feste Standorte sind für uns das Gegenteil von Messen: weniger Aufmerksamkeit, weniger Glamour, weniger Bewegung. Aber mehr Tiefe. Wir sehen Kinder wachsen, die am Anfang noch aus dem Kinderwagen auf unsere Bar zeigten und jetzt alleine ihre heiße Schokolade bestellen. Das ist einer der Gründe, warum wir bei FirstLoveCoffee machen, was wir machen.
Wenn du mal vorbeikommen willst - wir sind jeden Tag zu den Öffnungszeiten des Parks da. Die Baristas freuen sich, wenn du Hallo sagst.